WHO-Verhandlung erneut gescheitert

Die WHO-Verhandlungen zur Erreger-Börse, dem PABS-Anhang des Pandemievertrages, sind erneut gescheitert. Damit stockt auch der Pandemievertrag weiter.

Es hätte das letzte Verhandlungstreffen der WHO zum Pathogen Access and Benefit Sharing (PABS)-Anhang des Pandemievertrages werden sollen. Doch die Verhandlungen um die höchst umstrittene Erreger-Börse sind erneut gescheitert. Statt eines Abbruchs wurde die Verhandlungsrunde einfach um einen weiteren Monat verlängert.

Politische Vertreter der Pandemie-Industrie dürften die Gespräche endlos fortsetzen wollen. Irgendwann werden die Blockierer schon weichgekocht sein – doch danach sieht es aktuell nicht aus.

Der Pandemievertrag war bereits im vergangenen Jahr nominell verabschiedet worden. Allerdings fehlt ihm bis heute das zentrale Element: das PABS-Abkommen. Solange hier keine Einigung erzielt wird, stockt auch der Pandemievertrag.

PABS soll gefährliche Mikroorganismen – einschließlich potenzieller Pandemie-Erreger – weltweit sammeln und möglichst breit teilen. Kritiker wie die US-Ärztin Meryl Nass sehen darin nichts anderes als eine staatlich organisierte Verbreitung von Biowaffen-Material. Auch die Pharmaindustrie soll darauf zugreifen dürfen. Die offizielle Begründung lautet "Solidarität", "Equity" und "öffentliches Wohl". Tatsächlich werde damit jedoch die Grundlage für eine massive Proliferation (lt. Wikipedia: Weitergabe von Massenvernichtungswaffen) hochriskanter Erreger geschaffen, kritisiert Nass.

Der Jurist Philipp Kruse sprach im Interview mit dem Cicero von einer "Erreger-Börse" und nannte die geplante Datenbank einen "Umschlagplatz für gefährliche Erreger". Die WHO-Mitgliedstaaten würden rechtlich verpflichtet, Erreger sowohl in physisch-biologischer Form als auch als Daten-sequenz an ein bestimmtes WHO-Labor zu senden. Der Anwalt für Gesundheitsrecht kritisiert insbesondere, dass auch Pharmafirmen mit eigenständigen Profitinteressen sich über "eine Art Abo" Zugriff auf die gefährlichen Erreger sichern können, um Impfstoffe gegen mögliche Pandemien zu entwickeln. Wenn Impfstoffhersteller "rechtzeitig auf den richtigen Erreger gesetzt" hätten, würden sie "im Pandemiefall einen Riesengewinn" machen, erläutert Kruse. Darüber berichtet aktuell Multipolar.

Die WHO selbst formuliert das Scheitern der Gespräche betont positiv: Man sei sich einig, die Verhandlungen fortzusetzen. Nass kommentiert sarkastisch: "Vertraut dem Plan. Teilt eure Pathogene für das Gemeinwohl. Die Vorteile der Nutzung von Pandemie-Erregern sind enorm – zum Beispiel Bevölkerungsreduktion."

Die Juristin Silvia Behrendt sagt zu Multipolar:
Auf globaler Ebene entstünden immer mehr "staatliche Verpflichtungen, die nicht mehr vom Grundsatz der Arzneimittelsicherheit geleitet" seien. Ebenso gerate die Verantwortung der Pharmaindustrie für entstandene Arzneimittelschäden aus dem Blick. Die Vorstellung "auf neuartige Virussequenzen sofort mit notfallzugelassenen Pandemieimpfstoffen zu reagieren", gehe auf das militarisierte Konzept der "Globalen Gesundheitssicherheit" zurück. 

Des Weiteren kritisiert Behrendt die Machtkonzentration beim Generaldirektor der WHO. Ihm allein obliege es, den "Kreislauf der Pandemiewirtschaft" in Gang zu setzen. Mit der Ausrufung eines entsprechenden Gesundheitsnotstandes würde das PABS-System und Notfallzulassungen aktiviert. Gleichzeitig würden globale Vorverkaufsverträge mit denjenigen Pharmaunternehmen geschlossen, welche Zugang zur PABS-Datenbank haben. Aufgrund des "absoluten Immunitätsprivilegs" unterlägen die Entscheidungen des Generaldirektors keiner Rechts- oder Korruptionskontrolle. Dies sei "der einzige Grund", warum die großen Pharmaunternehmen auf eine "WHO-Zentralisierung der Pandemieprodukte" drängten. Der damit einhergehende Rechtsrahmen stehe im Konflikt mit rechtsstaatlichen Prinzipien. Diese Aspekte seien von den Verhandlungsteams "zu keinem Zeitpunkt thematisiert" worden.

Quelle:
https://tkp.at/2026/03/30/who-verhandlung-erneut-gescheitert/


Buchtipp: Vereinnahmte Wissenschaft

eine Rezension von Norbert Häring

Schon jetzt ist absehbar, dass sein Beitrag zur Aufarbeitung der Corona-Zeit größer sein wird als der der Enquete-Kommission. Denn die Protokolle zeigen sehr deutlich, dass nicht einfach Fehler gemacht wurden. Vielmehr wussten die zuständigen Wissenschaftler beim RKI frühzeitig und gut Bescheid darüber, dass es keine Belege über den Nutzen von Atemschutzmasken als Schutzmaßnahme für die breite Bevölkerung gab, dass die Übersterblichkeit gering und die Gefahr für Menschen jüngeren und mittleren Alters sehr gering war – letztlich also, dass es keine Rechtfertigung für einen generellen Lockdown gab. Sie wussten, dass Kinder keine wichtige Ansteckungsquelle waren und hielten nichts von generellen Schulschließungen. Auch von schweren Nebenwirkungen der mRNA-Behandlungen wussten sie frühzeitig.

Quelle Norbert Häring [LINK]
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Quelle: Bastian Barucker, 15.07.2025