Zum zweiten Mal in diesem Jahr veröffentlichte das British Medical Journal (BMJ) eine Untersuchung zu Finanzflüssen an die WHO. Diesmal wurde explizit die Gates-Stiftung – die drittgrößte Privatstiftung der Welt – unter die Lupe genommen.
Die Untersuchung mit dem Titel: "Who’s leading WHO? A quantitative analysis of the Bill and Melinda Gates Foundation’s grants to WHO, 2000-2024" kommt zu folgendem Ergebnis:
Die BMGF vergab zwischen 2000 und 2024 640 Zuwendungen im Wert von 5,5 Milliarden US-Dollar an die WHO. (…) 2,9 Milliarden US-Dollar – 53,3 % der vom BMGF an die WHO ausgezahlten Mittel – wurden für Impfprogramme und -projekte verwendet. (…)
Private Gelder an die WHO sind zweckgebunden, sie können also nicht von der WHO frei verwendet werden. Gates, als einer der größten Impfinvestoren der Welt, machte die WHO so zu einer Impflobby.
Die Studie, die im Auftrag des World Council for Health – explizite WHO-Kritiker – durchgeführt wurde, beschreibt am Beispiel Polio das System: Gates investierte 3,2 Milliarden Dollar in die Ausrottung von Polio, einer Krankheit, die statistisch eine Randerscheinung ist. Doch die Ausrottung ist eine massiv aufwendige Operation, die die gesamte Impfindustrie bedient und finanziert. Die Milliarden rotten nicht die Krankheit aus, sondern finanzieren die Industrie der Impfungen.
In diesem Zusammenhang ist auch Gavi zu erwähnen: eine "öffentlich-private Partnerschaft", die jedoch den Rechtsstatus einer Schweizer Stiftung hat. Ihr Zweck ist die "Beschaffung und Finanzierung von Impfstoffen für die ärmsten Länder der Welt". Gründungspartner im Jahr 2000 waren WHO, UNICEF, Weltbank und die Gates-Stiftung. Seit der Gründung hat die Gates-Stiftung 6 Milliarden US-Dollar in Gavi investiert (offiziell heißt es: "gespendet"), zudem hat sie einen permanenten Sitz im Führungsboard. Formal ist Gavi eine eigene Organisation, de facto ist sie von der Gates-Stiftung abhängig; (…) Gavi kooperiert wiederum eng mit der WHO, um Impfprogramme umzusetzen, kauft etwa Impfstoffe ein für WHO-Programme, die zuvor von der Gates-Stiftung finanziert worden sind.
Bereits im Sommer erschien im BMJ eine ähnliche Untersuchung. Dort hatte man die WHO-Geldbeschaffung seit 2020 genau unter die Lupe genommen (…) So sinkt die Transparenz aktuell dramatisch: 2023 stammten fast 80 % der Spenden (ab 100.000 US-Dollar) von anonymen Gebern. Immer mehr Geld ist zweckgebunden. Große Konzerne finanzieren ganze WHO-Abteilungen, Meta etwa jene für "Kommunikation und digitale Gesundheit".
Der Einfluss von Gates und anderen privaten Akteuren nimmt zu (…). Hier fordern libertäre und patriotische Kräfte einen Austritt aus der WHO, während sozialdemokratische Politiker eine Erhöhung der verpflichtenden Beiträge der Staaten empfehlen. So auch immer wieder im Bundestag, wenn über die WHO debattiert wird. Und auch die BMJ-Studie sagt abschließend: "Die eigentliche Verantwortung liegt jedoch bei den Mitgliedstaaten: Solange sie die verpflichtenden Beiträge nicht deutlich erhöhen, bleibt die WHO erpressbar und kann ihre strategischen Ziele nicht erreichen."
(…) Aber die "strategischen Ziele" der WHO (und der UNO überhaupt) haben sich schon lange mit jenen mächtigen Stiftungen verschränkt. Dazu kommt, dass auch Staaten eng mit der Gates-Stiftung und anderen solchen Akteuren kooperieren – und Projekte der Gates-Stiftung mitfinanzieren. Wie würde sich das alles ändern, wenn man der WHO mehr staatliches Budget geben würde?
Übernommen und mit leichten Kürzungen und redaktionellen Änderungen versehen aus:
https://tkp.at/2025/11/17/gates-stiftung-55-milliarden-an-who/






